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Katastropheneinsatz in Schrattenberg

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“

Den Leitspruch der Feuerwehr nahmen sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hauskirchen zu Herzen und meldeten am Samstag Vormittag spontan ihre Hilfsbereitschaft für Schrattenberg. 

Nach den enormen Hagelschäden des Vortages kam am Freitag in der Nacht auf Samstag ein weiteres Unwetter mit Starkregen dazu. Durch die zerstörten Dächer rannen nun die enormen Regenmengen ungehindert in das Innere der Wohnhäuser. Die Bilder der Zerstörung waren in den Medien deutlich zu sehen, vorort wurden die Zerstörungen noch deutlicher.

Einem Hilferuf unserer Kameraden in Schrattenberg folgend, mobilisierten wir innerhalb kurzer Zeit eine Hauskirchner Hilfsmannschaft. Mit drei Fahrzeugen und 17 Mann rückten wir um 12.50 Uhr aus. In Schrattenberg angekommen, erhielten wir eine Liste von beschädigten Dächern. Diese waren zum Teil so stark beschädigt, dass es notwendig war, die gesamte Fläche mittels Abdeckplanen notdürftig abzudecken, um weiteren Regen abzuhalten. Zuvor mussten aber auch lose Dachziegel entfernt werden, damit herabstürzende Teile nicht zu einer Gefahr werden. Mittels Dachlatten und Seilen wurden diese dann befestigt. Einzelne kleinere Beschädigungen konnten mittels Bauschaum abgedichtet werden. Auch wurden nicht beschädigte Dachziegel von Nebengebäuden verwendet, um Wohngebäude zu reparieren. So gestaltete sich unser Einsatz sehr vielschichtig und wir konnten überall helfen. Kaum mit der Arbeit begonnen, zogen am Nachmittag bereits die nächsten dunklen Wolken auf, welche nichts Gutes verhießen. Dies spornte die Mannschaft zusätzlich an. Zum Glück verzogen sich die Wolken wieder und es blieb trocken.  

An dieser Stelle möchten wir uns bei den Kameraden der FF Angern und den anderen Freiwilligen bedanken, mit denen wir Seite an Seite diesen Einsatz bewältigten.

Die Dankbarkeit der Bevölkerung war mehr als deutlich erkennbar und spürbar. Sowohl in Gesprächen, als auch in der Verpflegung, denn die betroffenen Bewohner wollten sich zumindest so dankbar zeigen. Eine große Gefahr an diesem Tag war nämlich die Hitze, welche auf den Dächern noch verstärkt wurde. So waren Wasser, Säfte, aber auch Kaffee und andere stärkende Getränke wie Energy-Drinks sehr wichtig.

Am Abend war Treffpunkt im Schrattenberger Feuerwehrhaus. Ein Punkt, den man in einem solchen Katastrophenfall schnell vergisst: „Wer hilft den Helfern?“Die Schrattenberger Feuerwehrleute waren zum Teil bereits 48 Stunden im Einsatz mit drei Stunden Schlaf in der Nacht! Nicht nur deren Wohnhäuser waren betroffen, sondern auch das Feuerwehrhaus. Das beinahe 40 Jahre alte Welleternitdach wurde durch den Hagel regelrecht durchsiebt. Das eindringende Regenwasser des nächsten Tages durchnässte die gesamte Dämmung. Nicht nur die Feuchtigkeit war ein Problem, sondern vor allem das Gewicht des Wassers. Das vollgesaugte Dämmmaterial erreichte ein enormes Geweichtund musste abgetragen werden. Durch das Gewicht des Wassers wurde es notwendig, einzelne Dämmplatten (man kann normalerweise mehrere dieser Platten alleine tragen) zu zweit zu tragen, weil diese so schwer wurden. Mittels Einreißhaken wurde in der Fahrzeughalle dieses Dämmmaterial entfernt und gemeinsam in eine bereits gelieferte Mulde verbracht. Auch hier war es für uns selbstverständlich zu helfen.

An dieser Stelle möchten wir auf diese Situation hinweisen: Auch die Feuerwehrleute können betroffen sein und müssen ihre Familie und ihr Hab und Gut schützen, bevor sie mit ganzer Kraft anderen helfen können!

Für viele unserer Jungkameraden war dies der Erste Einsatz,bei dem sie die Kameradschaft im Einsatzfall und den Zusammenhalt hautnah spürten. Ein bewegendes und prägendes Erlebnis!